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Kann jeder coachen?

Die Bezeichnungen Coach oder Psychologischer Berater sind nicht geschützt. Jeder kann und darf sich Coach oder Psychologischer Berater nennen und praktizieren. Eine Visitenkarte als "Türöffner" und Geschäftsbriefpapier für die Rechnungsstellung genügen. Wirklich?

Um als Coach zu arbeiten ist es selbstverständlich unabdingbar, über die wesentlichen Grundkompetenzen zu verfügen und die wichtigsten Methoden zu erlernen und zu beherrschen. Da es aber noch keine allgemein verbindliche Ausbildung zum Coach oder psychologischen Berater gibt, tummeln sich auch viele schwarze Schafe in der Berater-Branche. Um den Wildwuchs in der Branche einzudämmen und den Kunden Orientierungshilfe bei der Wahl eines Coaches oder Beraters zu geben, bemühen sich die Verbände darum, Qualitätsstandards zu definieren und Kompetenzprofile zu erarbeiten.

Qualität durch Gutachten und genormte Berater?

Ein interessanter Vorstoß zur Qualitätssicherung kommt von Harald Geißler. Der Pädagogikprofessor und Coaching-Experte von der Universität der Bundeswehr in Hamburg rief die Forschungsstelle Coach-Gutachten ins Leben.

In einem aufwändigen Verfahren werden hier Coach-Gutachten erstellt, die auch die individuellen Besonderheiten der Coach-Persönlichkeit berücksichtigen. Denn schließlich sei es, so Geißler, zweitrangig mit welchen Methoden ein Coach arbeite - "sie müssen nur angemessen sein und zu ihm passen." (zitiert nach managerSeminare Nr. 83, Februar 2005) Geißler räumt damit der Authentizität - der Coach-Persönlichkeit - eine zentrale Rolle im erfolgreichen Coaching-Prozess ein.

Ein anderer Ansatz kommt vom Deutschen Institut für Normierung (DIN). Wer DIN hört, denkt zunächst an Büroartikeleinkauf und die gängigen Schulheft-Formate DIN A 5 und DIN A 4. Doch das Deutsche Institut für Normierung entwickelt auch Formate für Dienstleistungen, unter anderem auch Qualitätsstandards für Business-Coaches.

Ob der DIN-genormte Berater oder das Coach-Gutachten-Modell Geißlers sich durchsetzen werden, wird die Zukunft zeigen. Gegenwärtig stellt sich allerdings trotzdem die Frage: Wann ist der Coach ein guter Coach?

 

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