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Beratender Psychologe - Psychologischer Berater: ein kleiner Unterschied mit großen Folgen

In Deutschland ist die Berufsbezeichnung Psychologe oder Psychologin gesetzlich geschützt. Alle Bezeichnungen, die den Anschein erwecken, Sie seien Psychologe oder Psychologin dürfen Sie nicht für sich in Anspruch nehmen, wenn Sie es nicht sind.

Sie dürfen sich auch nicht "beratender Psychologe oder beratende Psychologin nennen", genauso wenig wie "Kinderpsychologe/Kinderpsychologin" und "Gesprächspsychologe/Gesprächspsychologin".

Allerdings dürfen Sie sich "psychologischer Berater oder psychologische Beraterin" nennen. In diesem Falle machen Sie deutlich, dass es sich bei Ihrer Tätigkeit um eine Beratungsleistung handelt, die mit psychologisch orientierten Methoden arbeitet und diese als Mittel nutzt. Das ist erlaubt. Denn nicht das Wort "Psychologie" oder "psychologisch" ist geschützt, sondern lediglich die Berufsbezeichnung.

Heilen verboten!

Als Coach oder psychologischer Berater gehören Sie nicht den Heilberufen an. Seit Inkrafttreten des Psychotherapeutengesetzes von 1999 ist eine beratende Tätigkeit durch Personen, die nicht der Gruppe der Heilberufe angehören, wie folgt geregelt:

"Zur Ausübung von Psychotherapie gehören nicht psychologische Tätigkeiten, die die Aufarbeitung und Überwindung sozialer Konflikte oder sonstige Zwecke außerhalb der Heilkunde zum Gegenstand haben." (Psychotherapeutengesetz § 1 Berufsausübung, Abs.3)

Die Abgrenzung zur Heilkunde und zur Psychotherapie ist wichtig. Als Coach oder psychologischer Berater arbeiten Sie mit Ihren Klienten außerhalb der Heilkunde. Zwar wenden Sie zum großen Teil Methoden an, die aus den psychotherapeutisch orientierten Schulen stammen, Sie haben es jedoch mit gesunden Menschen zu tun. Daher heißen Ihre Klienten auch nicht Patienten.

Wichtig ist es, dass Sie niemals den Anschein erwecken, Sie würden Heilkunde betreiben. Diese Vermutung wecken Sie, wenn Sie in Ihrer Außendarstellung Worte nutzen, die auf Krankheiten, Therapie oder Heilung verweisen. Wörter wie "Behandlung", "Heilung", "Depression", "Angststörung", "Gesprächstherapie", "Gestalttherapie" sind nicht nur tabu, sondern im Zusammenhang mit Ihrer Tätigkeit als Coach oder psychologischer Berater gesetzlich verboten.

Sie dürfen aber aufzeigen, dass Sie mit Kommuni-kationsmethoden aus einem therapeutischen Verfahren in nicht-therapeutischer Absicht und nicht-therapeutischer Weise arbeiten. Formulierungen wie "Ich arbeite mit psycho-dynamisch und tiefenpsychologisch orientierten Methoden" sind erlaubt.

 

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